Die Initialzündung
Die Idee zum Open Air wurde fast zufällig geboren. Die Jungmannschaft aus Vella absolvierte damals, im Jahre 1984 ihre Vereinsreise in die Innerschweiz und besuchte dort ein Konzert im Freien. Angelo Burri und seine Band waren musikalisch von der Partie und sie hinterließen den Jugendlichen aus den Bündner Bergen wohl mächtigen Eindruck. Spontan entschloss man sich etwas in dieser Form auch in unserer Gegend zu organisieren.
Der Anfang
Aller Anfang ist schwer und das war bei unserem Open Air auch nicht anders. Mathias Derungs war damals Präsident der Jungmannschaft des Tales. Er trommelte die einzelnen Präsidenten der Dorfvereine zusammen und unterbreitete die Idee, ein „Open Air“ in unserem Tal zu organisieren. Nach anfänglicher Skepsis fand man sich dann doch und es ging an die Arbeit. Mathias Derungs wurde als OK-Präsident nominiert und wurde so über viele Jahre Kopf der ganzen Veranstaltung. Die einzelnen Präsidenten der Jungmannschaften der verschiedenen Dörfer bildeten mehrheitlich das OK und übernahmen die verschiedenen Ressorts.
Das erste Open Air
Natürlich wurde Angelo Burri und seine Band als „Headliner“ verpflichtet. Dazu kamen noch weitere nationale Gruppen und einige lokale „Bands“ zum Zug. Das Open Air wurde eintägig durchgeführt und Austragungsort war die Mulde in Davos Munts, oberhalb des Weilers Vattiz. Sogar ein Besucherzelt war bereits Bestandteil des ersten Open Airs. Das größte Problem war damals auch bereits die Finanzierung des ganzen Spektakels obwohl das Budget nur gerade um die 30'000.- betrug. Emsig ging das gesamte OK zu allen im Tal ansässigen Firmen und Restaurationsbetrieben um Geld zu sammeln und damit die Finanzierung zu sichern. Das erste Open Air wurde gut organisiert und mit ca. 600 Besuchern war bereits ein beachtlicher Erfolg zu vermelden.
Die Nachfolgenden
Das zweite Open Air wurde in ähnlicher Weise wie das erste organisiert und der Erfolg blieb auch nicht aus. Rund 800 Besucher wohnten dem Open Air bei und auch die Presse war voll des Lobes über den jungen Spross am Open Air Himmel. Alles schien also in Butter zu sein und man organisierte voll Enthusiasmus das dritte Open Air. Einbrüche gehören zum Leben und so blieb natürlich auch unser Anlass davon nicht verschont. Am Samstag des Open Airs waren die Wetterverhältnisse sehr katastrophal: Dauerregen und Hochwasser machten den Helfern zu schaffen, die Strassen waren überschwemmt, die Zufahrtsstrassen zum Teil gesperrt oder unpassierbar ... Na ja, nur gerade knapp über 200 Besuchern war es möglich den Konzerten beizuwohnen. Finanziell schloss man natürlich sehr schlecht ab und der Mumm fortzufahren war logischerweise auf einem Tiefpunkt angelangt. Aber trotzdem, man entschied weiter zu machen und der Erfolg blieb nicht aus. Bis zur 10. Ausgabe steigerte man sich kontinuierlich und bereits 2000 Besucher wohnten unseren Konzerten bei. Die Ausgabe im 1994 wurde erstmals zweitägig durchgeführt.
Die Wende
Bis im Jahre 1994 wurde das Open Air ausschließlich von Mitgliedern der Jungmannschaften organisiert und durchgeführt. Jungmannschaften kennen eine Mitgliederaltersgrenze und somit schieden immer wieder altersbedingt gute und vor allem erfahrene Organisatoren aus dem OK. Dem wollte man entgegen Wirken und somit wurde auf Initiative einiger Jugendlicher der „Verein Open Air Val Lumnezia“ gegründet. Erster Präsident dieser neuen Gruppierung mit einzigem Ziel, das Open Air durchzuführen, wurde Alexander Casanova aus Lumbrein gewählt. Die Helfer rekrutierten sich weiterhin mehrheitlich aus den Reihen der Jungmannschaften. Auch finanziell griffen die Jungmannschaften dem neuen Verein unter die Arme und überliessen dem neugegründeten Verein ein „Startkapital“.
Die zweite Phase
Das 11. Open Air sollte in Davos Munts in „gewohnter Manier“ durchgeführt werden. Auch die „neuen“ OK- Mitglieder mussten ja ihre Erfahrungen sammeln.... Unerwartet wurde uns der Platz in Davos Munts im Frühjahr 1996 gekündigt (Projekt Badesee war realisationsbereit) und so musste man kurzfristig ein neues Gelände für die Durchführung finden. Glücklicherweise fand man einsichtige Landbesitzer und Pächter und somit auch eine gute Lösung in Cuschnaus, dem heutigen Open Air Gelände. Das neue Gelände gab uns viel bessere Ausbau- und Vergrößerungsmöglichkeiten für das Open Air und es wurde auch ausgebaut obwohl die ganze Sponsoring- und Marketingarbeit nur für das wesentlich kleinere Open Air in Davos Munts vorbereitet wurde. Logischerweise konnten wir die Besucherzahl stark steigern, jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß wie wir es gehofft hatten. Der finanzielle Kollaps war somit vorprogrammiert und drohte uns zu erwürgen. Das Open Air durchlebte eine sehr kritische Phase und nur Dank dem großzügigen Engagement der Graubündner Kantonalbank als Hauptsponsor und einiger weitere großzügigen Sponsoren war es uns zu diesem Zeitpunkt möglich fortzufahren. Die gute und seriöse Arbeit seit den Anfängen hatte dem Open Air ein gutes Image verliehen.
Das Erfolgsrezept
Die nachfolgenden Jahre waren geprägt von stetigem Wachstum bis zur heutigen Größe. Uns war es jedoch immer ein Anliegen das Open Air in guter Qualität, in familiärer Stimmung und angenehmer Art zu gestalten. Gutes wurde beibehalten und Schwachpunkte wurden konsequent und stetig verbessert und teilweise sogar ausgemerzt. Wachstumsbedingt ergaben sich von Jahr zu Jahr neue Probleme, die neu angegangen werden mussten. Dabei muss wohl erwähnt werden, dass wir von „echt schlechtem Wetter“, größeren Unfällen und Zwischenfällen bis heute verschont blieben. Des weiteren darf die Tatsache, dass über 300 Helfer und Vereinsmitglieder sich Jahr für Jahr für Aufbau, Realisation sowie auch Abbau und Reinigung des Geländes gratis zur Verfügung stellen nicht unerwähnt bleiben. So viel Idealismus müsste eigentlich belohnt werden aber wir wissen alle, dass das Open Air auch heute noch, nur Dank diesem Idealismus durchführbar ist. Darüber sind wir stolz, es lebe das Open Air Val Lumnezia.
Die dritte Phase
Die 22. Ausgabe des Open Air Lumnezia fand erstmals in der Ebene von Degen statt. Die Verlegung des grössten Open Air Graubündens von Cuschnaus nach Degen erfolgte vor allem aus den eingeschränkten logistischen Möglichkeiten am alten Standort. Mit der in den letzten vier Jahren erreichten Besucherzahl von jeweils rund 10'000 war die oberste Grenze in Cuschnaus aus topografischen Gründen erreicht. Eine Erweiterung bzw. Verbesserung der gesamten Instrastruktur war nicht mehr möglich.
Das neue Gelände bietet die Möglichkeit das Festival qualitativ weiterzuentwickeln. Den unser Ziel ist es nicht, zu einem gigantischen Event zu mutieren, sondern es soll weiterhin das grosse Open Air im Kleinformat bleiben.


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